Quantität und Qualität: Stephen King hat's mit "Joyland" wieder geschafft Grusel der feinen Sorte   "Those are t...

Fuck Fear

By | 13:30 Leave a Comment

Quantität und Qualität: Stephen King hat's mit "Joyland" wieder geschafft


Grusel der feinen Sorte


 "Those are the things that happened once upon a time and long ago, in a magical year when oil sold for eleven dollars a barrel. The year I got my damn heart broke. The year I lost my virginity." So endet Stephen Kings aktuelles Buch "Joyland". Es entführt in das Jahr 1973. Damals ist Devin Jpnes, strahlender Held der Novelle, grüne 21.  Er hat eine Freundin, Wendy, in die er unsterblich verliebt ist, der Sommer steht vor der Tür und alles könnte schöner nicht sein. Doch dann eröffnet ihm Wendy, dass sie in diesem Sommer nicht gemeinsam mit ihm in North Carolina in einem Vergnügungspark arbeiten werde, sondern mit ihrer Freundin Renee den Sommer in Boston verbringe. Versprechen werden gegeben, bevor sich die beiden in unterschiedliche Richtungen aufmachen; Versprechen, die nie gehalten werden.

Nicht nur Devin, sondern auch die anderen Ferien-Jobber in "Joyland" werden mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen. Nach einer Grundeinschulung finden sie sich in Mitten der verrückten Welt von Hochschaubahnen, Wahrsagerinnen, Schießbuden, Geisterbahnen und Imbissbuden wieder. Devin und seine beiden Kollegen Erin und Tom tauchen in das bunte Leben ein und verbringen einen arbeitsreichen, aber spannenden Sommer. Denn schon bald erfahren die drei von der Legende um Linda Gray. Sie wurde vor vier Jahren in der Geisterbahn ermordet und ihr Geist soll dort noch immer herumspuken. Die Freunde wagen an einem Freien Tag eine Fahrt und das Unfassbare geschieht... Tom sieht den Geist von Linda. Devin beginnt mit Erins Hilfe mit Nachforschungen und kommt Lindas Mörder dabei gefährlich nahe. Ob Devin seine Enthüllung überlebt?

Stephen King wird häufig alleine aufgrund der Quantität seines Schaffens belächelt bzw. als nicht ernstzunehmender Autor abgetan. Aber hey, seine Bücher unterhalten und auch diese Novelle hat es - trotz der für King eher unüblichen Kürze - geschafft, großes Hirnkino zu schaffen. Man riecht das Popcorn, hört die Schreie glücklicher Kinder und wartet nur darauf, dass aus irgendeiner Ecke plötzlich ein Monster auftaucht. Es ist eines jener Bücher, das man unbedingt im Sommer lesen sollte, am besten nachts bei geöffneten Fenstern und mit einer Taschenlampe.

(c) Pinguino/wikicommons

"Joyland" ist weder ein Horrorbuch noch ein Liebesroman, kein Krimi und kein Psychothriller - vereinigt aber von allem ein bisschen etwas, ohne dabei unfertig und unvollständig zu wirken. Natürlich hätte man daraus - vor allem, weil Jahrmarktszenen dafür einen wirklich tollen Hintergrund abgeben - einen Wälzer machen können. Das Buch funktioniert aber auch so - oder vielleicht gerade wegen der größeren Gedankenfreiheit die nicht vollständig ausgemalte Szenen versprechen. Am besten übrigens auf Englisch lesen.
Give it a chance, take the ride where the air is rare!







  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Hard Case Crime (4. Juni 2013)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 1781162646
  • ISBN-13: 978-1781162644
Joyland bei Amazon bestellen
Neuerer Post Älterer Post Startseite

0 Kommentare: