Frau Hölle macht Urlaub - oder auch nicht Nach dem ersten Guestpost von Frau Hölle haben wir tatsächlich Fanmails bekommen. Wir geben i...

Höllische Urlaubsgrüße

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Frau Hölle macht Urlaub - oder auch nicht


Nach dem ersten Guestpost von Frau Hölle haben wir tatsächlich Fanmails bekommen. Wir geben ihr daher eine zweite Chance - nur um sicher zu gehen, dass das nicht am Nackter-Mann-Nass-Foto lag...


Da war Frau Hölle nicht auf Urlaub.
(c) toptravellists

Es ist Mitte August und die Nation ist halbwegs ab-geurlaubt. In der Stadt erkennt man von Weitem die Türkei-Club-Urlauber an ihrer Einheits-Uniform (knalloranges, knallenges Ed Hardü Fake-Shirt um zehn Euro), die Mallorca-Touris (rotverbrannte Bierbäuche) und die leicht schwankenden Kreuzfahrer. 


Sie belästigen uns ungefragt mit tausend Urlaubsfotos von blauem, blauerem und dunkelblauem Meer, vom Club, in dem "die Einheimischen so fleißig arbeiten und trotzdem so wenig verdienen" (jaaa, damit du deinen Billig-Cluburlaub haben kannst...) und - endlich wie man meinen möchte: interessanteren - mallorquinischen Partyfotos. Aber auch die zeigen in der Regel nur zwei Motive: Person A von vorne, über einen Kübel gebeugt (Sangria) und Person A von hinten, über eine Schüssel gebeugt (Klo).

Trotzdem - egal, wo wer war: es war einfach soooo traumhaft! (Natürlich; würde ja auch keiner zugeben, wenn seine sauer verdiente Kohle für einen Scheiß-Urlaub draufgegangen wäre). Selbst Jugendliche sind in dieser Hinsicht meist schon wie ihre Eltern. Auch sie müssen sich vor ihren Freunden brüsten und den Urlaub im Nachhinein noch schönfärben. Meist geschieht das durch gezielte Auslassungen.

Neulich in der Stadt: eine Gruppe Jugendlicher trifft sich mit dem frisch aus dem Urlaub-Zurückgekehrten:
"Oida, waren wir Türkei!" lautet die Ansage des Besagten. Wissend nicke ich. Wir = Mama, Papa, Schwester und ich.
"Oida, vier Weiber!"
(Ich korrigiere meine Gedanken: Mama, Tante, Oma und Schwester waren mit)
"Voll geblasen!"
(Ui, windige Woche erwischt!)
"Da hab ich die Görls tanzen lassen!"
(Cluburlaub mit Animationsprogramm also)
"Wir so voll am Saufen..."
(Kinderdisco; Cola)
"...kommt so ein fetter Typ rein und beginnt zu stänkern..."
(Oh, Papa war also doch mit)
"Wir alles geregelt!"
(Davongelaufen)
"Urchilliger Urlaub!"
(bis auf die Ausflüge mit Mama, Tante, Oma, Schwester und Papa in die Teppichfabrik und zum Bazar)
Ja. So war das mit siebzehn. Da hat man noch Träume; auch wenn sie erst im Nachhinein kommen.

Trotzdem. Man könnte es ja auch einfach zugeben, wenn man sein Geld für einen Schas-Urlaub ausgegeben hat. Aber nein. "Zuhause ist es doch am schönsten", bekommt man zu hören. Oder "Wir machen Urlaub auf Balkonien". In Wahrheit hat man einfach das Ganze Geld versof... äh... anderweitig investiert. "Ich bleib zuhause, weil ich kein Geld hab." Das wäre doch mal was. Und auf das mitleidige Lächeln des Gegenübers antworten: "Und, warum bist du nicht braun geworden?" Oh, übrigens. Ich fahre im Dezember auf Urlaub. Nach Albanien. Mehr war nicht drin.



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