Meeting: Jenna Miller Wranglerin, Schauspielerin, Designerin und Sängerin Es freut uns, euch unser neues Ressort "meeting..."...

Westernschönheit

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Meeting: Jenna Miller

Wranglerin, Schauspielerin, Designerin und Sängerin


Es freut uns, euch unser neues Ressort "meeting..." präsentieren zu dürfen. Wir werden hier regelmäßig Menschen aus aller Welt vorstellen, die in irgendeiner Art und Weise etwas Ungewöhnliches in ihrem Leben machen, gute Ideen haben oder etwas Besonderes erlebt haben. Das Original-Interview in Englisch findet ihr hier.

 
Unsere erste Interview-Kandidatin ist Jenna Milla. Die 35-jährige Jenna wurde 1978 in Sierra Vista/Arizona gebroen, sie ist in dritter Generation Arizonian und wuchs mit der Western-Kultur auf. Seit sie denken kann, reitet sie, denn schon als sie alt genug war, um gehen zu können, wurde sie von ihrer Familie auf den Rücken eines Pferdes gesetzt. Bereits im Alter von 6 Jahren war sie allein am Pferd unterwegs. Heute, 29 Jahre später, ist sie nicht nur Schauspielerin, Designerin und Sängerin, sondern auch Wranglerin auf der Apache Spirit Ranch in der Nähe der berühmten Westernstadt Tombstone.


Jenna, wie sieht ein typischer Arbeitstag auf der Apache Spirit Ranch für dich aus?
Der Tag von uns Wranglern beginnt früh und endet spät. Zuerst füttern wir die mehr als 50 Pferde und die kleine Viehherde der Ranch - das ist ganz schön viel Heu, das da verteilt werden muss. Dann werden die Tiere mit Wasser versorgt und anschließend für den ersten Wanderritt des Tages gesattelt. Ein typischer Westernsattel wiegt zwischen 18 und 22 Kilo; wir heben da ziemlich viel Gewicht. Zwischen den Ritten halten wir die Anlage in Schuss und kümmern uns um die Tiere. Wenn wir nicht im Sattel sitzen, arbeiten wir dennoch in der heißen Wüstensonne. Es ist viel Arbeit, aber wenn du liebst, was du tust, fühlt es sich nicht wie Arbeit an.
 

Was gefällt dir an deinem Job am besten? Was ist eher weniger toll?

Ich genieße die Arbeit mit den Pferden und es macht Spaß, immer wieder neue Gäste kennenzulernen. Ich bin kein so großer Fan vom Mistschaufeln, aber das gehört nunmal zu Pferden dazu, also gewöhnt man sich daran. Und ich habe in meinem Leben wirklich schon eine Unmenge Pferdemist geschaufelt.


Ist es einfacher, mit Pferden zu arbeiten oder mit Menschen?
Ich habe schon viele tolle Menschen und viele tolle Pferde getroffen. Es gibt Tage, an denen beide schwierig sind, aber die sind zum Glück selten.




Arbeiten viele Frauen als Wranglerinnen oder ist es ein Job, den hauptsächlich Männer machen?
Ich muss in meinem Job genauso hart arbeiten, wie ein Mann - das ist kein Vorurteil, das ist einfach so. Ich kann mit den Männern mithalten, deshalb werde ich in dieser eher männlich dominierten Wrangler-Welt akzeptiert. Ich muss bereit sein, schmutzig zu werden, zu schwitzen und wirklich hart zu arbeiten. Wenn man den Wrangler gemütlich durch die Wüste reiten sieht, könnte man meinen, es sei ein glamouröser Job, weil man mit all diesen tollen Tieren arbeitet. Aber der Hauptbestandteil der Arbeit ist eben ein langer Tag und harte Arbeit. Versteh mich nicht falsch - natürlich ist da ein gewisser Stolz und Spaß und vielleicht sogar ein bisschen Glamour, aber wenn das das Ziel ist, solltest du nicht Wrangler werden.


Die Apache Spirit Ranch liegt mitten in der Wüste. Was machst du an deinen freien Tagen? Ist Reiten etwas, das du auch in deiner Freizeit machst?
Ich bin nicht nur Wranglerin, sondern auch Designerin. In meiner Freizeit etwerfe und fertige ich moderne und historische Westernkleidung. Das schwarze Kleid, das ich in dem Bild trage, ist ein Kleid, das ich entworfen und genäht habe. Ich nenne es das "Kate-Kleid", nach Doc Hollidays Freundin "Big Nose Kate". Momentan bin ich dabei, meine Bekleidungsgeschäft zu starten. Außerdem investiere ich Freizeit auch ins Singen.

Manche Menschen haben mir gesagt, ich würde das Reiten bald satt haben, als ich meinen Weg einschlug, aber das ist nie passiert und ich bin sicher, es wird nie passieren. Natürlich investiere ich meine Freizeit auch in andere Hobbys, aber das Reiten macht mir immer Spaß.



Viele junge Mädchen träumen davon, mit Pferden zu arbeiten. Was denkst du persönlich, sind die Eigenschaften, die man für deinen Job mitbringen muss?
Wenn du eine ehrliche Leidenschaft für Pferde hast, wirst du automatisch die Zeit mit ihnen verbringen, die es braucht, um sie zu verstehen. Sie und die Art und Weise wie sie denken, zu verstehen, ist meiner Meinung nach das Wichtigste. Auf einer Ranch erfordert die Arbeit als Wranglerin außerdem viel physische Ausdauer. Du musst eins dieser Mädchen sein, das sich nicht vor Schmutz, Schweiß und harter Arbeit scheut. Es gibt Tage, an denen wirst du gebissen oder getreten, Tage, an denen du nach Hause gehst und dein ganzer Körper schmerzt. Es ist die Leidenschaft für den Job, der dich dennoch glücklich ins Bett gehen lässt und dich morgens wieder weckt.



Was würdest du machen, wenn du nicht mit Pferden arbeiten könntest?
Momentan arbeite ich nicht Vollzeit als Wranglerin, weil ich verletzt wurde, als ich mit einigen Pferden auf der Koppel war. Eines der Tiere hat mich von hinten in einen Holzzaun gerammt, weil es ein anderes gebissen hatte und es floh. Ich erhole mich davon langsam, aber ich darf mich nicht übernehmen und muss mich langsam wieder ans Reiten gewöhnen. In der Zwischenzeit konzentriere ich mich etwas mehr auf mein Bekleidungsgeschäft und schauspielere mehr. Wenn ich nie wieder reiten könnte, wäre das mein Ende. Pferde waren immer Teil meines Lebens und werden es immer sein.

Also bist du nicht nur Sängerin, Wranglerin und Designerin, sondern auch Schauspielerin. Wo kann man dich sehen?
Ich arbeite als Schauspielerin in einigen Wild West Bühnenshows und hatte vor einigen Monaten meine erste Hauptrolle in meinem ersten Film. Er heißt "Draw the Line" und wird später in diesem Jahr veröffentlicht, der genaue Termin wird auf www.CenterforAmericanValues.com bekannt gegeben. Was die Bühnenauftritte betrifft, so habe ich bei Gammon's Gulch Old West Movie set, im berühmten OK Corral hier in Tombstone und auf der Apache Spirit Ranch gearbeitet. Momentan trete ich bei der Bühnenshow in Helldorado Town in Tombstone auf und spiele eine Gesangsrolle als Wyatt Earps Frau Josephine im Stück "Wyatt: Last Words" im Allen Street Theater.


Jenna mit ihrem Freund Craig Oldfather, der ebenfalls Schauspieler in Bühnenstücken und Filmen ist. Er war der Star des Films "Draw the Line"; dieses Bild wurde bei der privaten Vorführung von "Deadmen the Series", in der er Vance Edison spielte, aufgenommen.


Welche Sehenswürdigkeiten abseits der Ranch würdest du Besuchern empfehlen?
Es gibt so viele schöne und interessante Plätze in Arizona, die mir gefallen, aber um ein paar näher zu nennen: Wenn du an Geschichte interessiert bist, musst du dir unbedingt die Stadt Tombstone ansehen, genauso wie den berühmten OK Corral, vor allem, wenn du Wild West Fan bist, so wie ich. Wenn du in der Nähe von Tucson bist, solltest du dir das Sonoran Desert Wildlife Museum ansehen. Und natürlich ist der Grand Canyon ein Muss, wenn du in Arizona bist. Wörter können ihn einfach nicht beschreiben. Der nördlichere Teil des Staates, zB Sedona, Flagstaff usw. ist ideal für die, die eher Wälder mögen. Die Vielfalt, die Arizona bietet, habe ich immer geliebt.
 
In Europa gibt es den Spruch "Die Wüste verändert dich." Denkst du, das stimmt? Ja, ich denke das stimmt. Das hat mit der Einsamkeit, Ruhe und der Schönheit zu tun, die die Wüste mit sich bringt.

Wenn du eine Playlist für einen Ritt durch die Wüste machen würdest - welche fünf Lieder wären definitiv drauf?
Für mich persönlich ist gerade die Ruhe und der Frieden in der Wüste etwas, das ich sehr genieße, aber ich bin sicher, es gibt genügend Lieder, die gut passen würden. Vor allem die Country Musik vom alten Schlag, zum Beispiel "The Sons of the Pioneers."

Fotocredit: Aeon Digital Arts
(außer dem Bild von Jenna und Craig)

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten, Jenna! Wir wünschen dir das Allerbeste und hoffentlich gibt's ein Wiedersehen!

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