Jung, aber dennoch Kult: Tschick von Wolfgang Herrndorf (c) Steffi Roßdeutscher Maik Klingenburg ist eine arme Sau. Er kommt au...

Tschick

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Jung, aber dennoch Kult: Tschick

von Wolfgang Herrndorf

(c) Steffi Roßdeutscher


Maik Klingenburg ist eine arme Sau. Er kommt aus einer eher wohlhabenden Berliner Familie, lebt in einem Haus mit Pool, hat eine nagelneue Playstation und ist in der Schule mittelmäßig, ohne sich besonders anstrengen zu müssen. Das reicht nicht, für den Status der armen Sau?

Wie wäre es damit: Maiks Mutter ist Alkholikerin und fährt regelmäßig für einige Wochen zur Kur, in denen sich sein Vater mit dessen bedeutend jüngerer Sekretärin vergnügt. Maiks Mitschüler finden ihn nichtmal für einen Spitznamen interessant genug und das Mädchen, in das er unheimlich verknallt ist, Tatjana, schenkt ihm keinen Blick.

Kurz vor Ende des Schuljahres kommt ein neuer Schüler in die Klasse. Es handelt sich dabei um den Russen Andrej, der aufgrund seines komplizierten Nachnamens sowieso von allen nur "Tschick" genannt wird. Ebenso wie Maik ist auch Tschick ein Außenseiter, und das nicht nur, weil sich um dessen Herkunft wilde Gerüchte ranken. Tschick ist außerdem, wie seine Mitschüler, erst 14 - und kommt dennoch hin und wieder mit einer deutlichen Alkoholfahne zur Schule.

Da die Sommerferien vor der Tür stehen und Tatjana außerdem am Beginn der Ferien eine Geburtstagsfeier steigen lässt, hat Maik nicht besonders viel Aufmerksamkeit für andere übrig. Er denkt nur noch an Tatjana, malt ihr ein Bild zum Geburtstag und ist ganz aufgeregt. Allerdings legt sich diese Aufregung, um einem dumpfen Gefühl Platz zu machen, als er feststellt, gar nicht zu dieser legendären Fete eingeladen zu sein.


Weil seine Mutter mal wieder auf Entzug ist und sein Vater mit der Sekretärin urlaubt, langweilt sich Maik. Doch das auch nur so lang, bis Tschick mit einem "geliehenen" Lada vor der Tür steht und vorschlägt, doch in die Walachei zu fahren. Und genau das haben die beiden Abenteurer vor, die als Fremde in das Auto steigen, kreuz und quer durch Ostdeutschland gurken und am Ende dann als beste Freunde auf einer Autobahn voll toter Schweine landen...

Herrndorf, der an einem bösartigen Gehirntumor erkrankte, hat sich im August 2013 das Leben genommen. Er veröffentlichte den Adoleszenz-Roman rund um eine Jungs-Freundschaft 2010 und fand damit sofort regen Zuspruch; das Buch wurde mit dem Deutschen Jugendliteratur-Preis, dem Clemens-Brentano-Preis und dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet. Kein Wunder; lebt es doch von und mit seinen beiden ungleichen Antihelden Maik und Tschick; liebevoll gezeichnete Charaktere wie Isa Schmidt, die Sprachtherapeutin und die Öko-Familie runden die Geshichte ab

Es ist ein Buch für alle, die tiefgründigen Witz suchen und nichts dagegen haben, wenn die Geschichte in einem Spuren hinterlässt. Unser Lesetipp für kühle Herbsttage!

Ihr könnt das Buch hier bestellen!



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1 Kommentar:

  1. Tolle Besprechung eines fantastischen Romans (meine eigene Kritik gibt's hier: http://www.leselink.de/buecher/entwicklungsromane/tschick.html ). Einer der besten Romane über Freundschaft und Erwachsenwerden, die ich kenne.

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