Das Interview, das stattfand. Aber nie publiziert wurde.  Hier könnte ein Interview stehen. Stattdessen lest ihr hier, warum es das nicht...

Interview mit Z.

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Das Interview, das stattfand.
Aber nie publiziert wurde. 


Hier könnte ein Interview stehen.
Stattdessen lest ihr hier, warum es das nicht tut.

 

 


Viele von euch warten ja schon seit längerer Zeit auf die Veröffentlichung des Interviews mit Z. Nun, das Interview fand statt, nach wirklich vielen Diskussionen haben wir nun aber beschlossen, es nicht zu veröffentlichen. Dafür möchten wir euch gerne erklären, warum. Natürlich haben wir uns gefreut, eine Interviewzusage von einem Menschen zu bekommen, der uns wirklich fasziniert hat, einem Menschen, den man halt kennt, egal, welche Meinung man ihm gegenüber vertritt. Unser Ziel war es, ein bisschen hinter die Maske dieser Person zu blicken und so eventuell das Porträt eines Menschen zu zeichnen, der vielleicht anders ist, als man auf den ersten Blick denken möchte. Durchaus ehrgeizig also.

Das erste Problem: Wir mussten uns verpflichten, das Interview nur in Zusammenhang mit der Veranstaltung zu veröffentlichen, auf der es stattfand. Nun, an sich kein Problem - wenn denn die Veranstaltung unserer Meinung nach bewerbenswert gewesen wäre. Wir werden von nichts und niemandem bezahlt, daher hatten wir schonmal ein ungutes Gefühl dabei, die Veranstaltung lobend zu erwähnen. Nicht bei diesem Preis/Leistungsverhältnis und schon gar nicht, wenn die Wagner Pizza, die neben dir aufgetaut wird und im Supermarkt 2,39 Euro kostet, um 8 Euro verkauft wird. Das ist Verarsche.

Das zweite Problem: Der "Star" an sich. Die Show im Vorfeld des Interviews war lächerlich - sogar so lächerlich, dass wir ernsthaft darüber diskutiert haben, ob dahinter nicht Absicht steckt. Quasi eine Parodie auf unsere Gesellschaft oder Ähnliches. Nöp. Fehlanzeige. Das mussten wir spätestens dann feststellen, als wir ihm gegenüber saßen. Star war nicht in der Lage, Blickkontakt zu halten, kicherte nervös herum und war offensichtlich ein bisschen higher als das Empire State Building. Dann von Mr. Berühmt auch noch zu erwarten, Antworten auf so schwierige Fragen wie "Do you still have time for some sightseeing?" zu erhalten, war wahrscheinlich vermessen. Von uns. (Die Antwort war übrigens: "I wear my sunglasses at night".) Elaboriertere sprachliche bzw. intellektuellere Konstrukte wie "How political are punks?" haben wir dann schon gar nicht mehr aufs Tapet gebracht. 

Problem 3: Mr. Wichtig. Pressefuzzi. Wir haben ein Video-Interview geführt, bei dem der "Star" sich selbst dekonstruiert hat. Ein Interview, bei dem er Dinge gesagt hat, die seinem Pressemenschen nicht gepasst haben. Dieser ist uns nach dem Interview nachgelaufen, um uns mit Anweisungen zu versorgen, welche Teile wir aus der Aufnahme herauszuschneiden hätten. 

Problem 4: Wir mussten haufenweise Verträge unterschreiben und der Firma, die jene Veranstaltung organisiert hatte, Rechte an unserer Arbeit (Fotos, Video, Text) abtreten. Machen wir nicht. Wie schon mehrmals erwähnt: Wir machen unseren Job hier, weil er Spaß macht. Wir verdienen daran nur, wenn jemand von euch LeserInnen (natürlich rein unabsichtlich und zufällig) auf eine dieser hübschen Google Ads klickt. Wir haben also keine Kohle zu verlieren, nur unsere Glaubwürdigkeit. Und die schenken wir sicher nicht her.

In diesem Sinne: Wir hoffen, unsere Gründe sind für euch nachvollziehbar und ihr seid nicht allzu enttäuscht, dass ihr hier eben nicht das Video vom Interview mit Z. findet. (Und ganz ehrlich - recht viel habt ihr nicht verpasst:
"Do you still have time for some sight seeing?" - "I wear my sunglasses at night."
"How interested are you in politics?" - "No."
"What was the best advice you ever got?" *kicherkicher*)

Unser Fazit jedenfalls war: Künstler, bzw. Celebreties, deren Ruhm sich auf einer Art von Leistung begründet, sind die angenehmeren Gesprächspartner. Ganz ehrlich: Halestorm hat haufenweise Preise gewonnen, tourt die ganze Welt, die haben Grammies zuhause stehen und trotzdem kann man ganz locker mit denen quatschen. Oder die Jungs von Letzte Instanz. Scheiß auf Wannabes, auch unsere Zeit ist begrenzt und die opfern wir sicher nicht mehr Dickheads wie Z. Bitte. Danke.



(Chil & Hige)
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